EROS 24/7, curator / artistiek directeur Elias Kirsche (Basel, CH)
Vom 14. bis 22. Oktober 2021 fand EROS rund um die Uhr im französischen Dorf Illtal nahe der französisch-schweizerischen Grenze bei Basel statt.
Ziel dieser Projektresidenz war es, einer interdisziplinären und gemischten Gruppe von Künstler*innen und Nicht-Künstler*innen acht Tage lang zu ermöglichen, zu erforschen, wie erotische Phänomene wie Begehren, Verführung, Lust, Hingabe, Eifersucht, Spiel und Tod die Inspiration und Produktion von Kunst beeinflussen. Zu den künstlerischen Mitteln gehörten der erogene Körper selbst, das geschriebene und gesprochene Wort, die Stimme, Bewegung sowie musikalische und visuelle Techniken. Was bedeutet Erotik für uns in ihrer kulturhistorischen Dimension? Welche Rolle spielt Eros in der Kunst, die – in Anlehnung an Platon und Sokrates – zwischen der menschlichen und der göttlichen Welt vermittelt (vgl. „Symposion“)? Anhand erotischer Kunst aus verschiedenen Epochen und Kulturen sollten zeitgenössische Interpretationen und Umsetzungen präsentiert werden.
In Zusammenarbeit mit Thomas Zollinger, Philemo Murkano, Elisabeth Schär, Tobias Gürtler und Mark Lüthi entstanden zwei Video-Performance-Projekte. Ich wirkte außerdem an mehreren Projekten der anderen beteiligten Künstler mit.
COCOON / KOKON - Naked State Project 07/08 - 17/08/2018 , Bare Oaks, East Gwillimbury, Ontario L0G 1V0, Kanada
Ziel dieses zehntägigen Projekts war die Schaffung von Kunstwerken, die den nackten menschlichen Körper im Kontext von Natur, Kultur und Kunst erforschen. Während des Aufenthalts schufen die Künstlerinnen und Künstler Werke, die Fragen wie die folgenden untersuchen: Was ist Nacktheit? Befreit uns das Ablegen von Kleidung von Klasse, Geschlecht und persönlichem Ausdruck? Verändert sich die Verbindung zwischen unserem Körper und der Landschaft, wenn wir nackt sind? Ist Nacktheit immer sexuell? Welche Rolle spielt der Akt in der historischen und zeitgenössischen Kunst? Ist es möglich, nackt zivilisiert zu sein? Gibt es einen natürlichen Zustand für den Menschen? Die Teilnehmenden arbeiteten einzeln oder in Gruppen an Kunstwerken, die diese Fragen mit Medien ihrer Wahl – wie Fotografie, Video, Installation, Zeichnung, Malerei, Performancekunst, Tanz, Klangkunst, Medienkunst usw. – erforschen.
Peel Off / Ablösen -Diese Live- und Video-Performance wurde mit Wiebke Kahn und Tanja Wilking (Rodinmuse) aufgeführt.
Ein Paar, eine Zwiebel. Eine stille Metapher für Beziehungen, Kommunikation und das Verborgene, die inneren Konflikte. Schicht für Schicht wird abgetragen. Doch haben sie eine Verbindung zueinander aufgebaut? Gab es verbale Kommunikation oder Berührungen? Sind sie sich am Ende näher gekommen und haben sie eine Verbindung zueinander gespürt, nachdem die letzte Schicht verschwunden war?