Kollaborative und interkulturelle Performances
Eine Auswahl kollaborativer Performances, die sich mit den Konzepten von Verbundenheit und Trennung im weiteren Sinne auseinandersetzen und diese erforschen. Zwischen Menschen und ihrer Umwelt, zwischen Leere und Fülle sowie in verschiedenen Situationen.
Im Februar 2021 war ich als Gastkünstler bei pIART in Kumasi, Ghana, tätig. Das Projekt umfasste mehrere Segmente: zwei Live- und Video-Performances im öffentlichen Raum sowie einen Soziale Skulptur Workshop .In Zusammenarbeit mit Eric Kofi hatte ich die Live-Performance "I can not see - Stay behind" auf einer Fußgängerbrücke im Zentrum von Kumasi, Ghana, durchgeführt.
Es war meine erste Teilnahme an einem interdisziplinären Kooperationsprojekt in Afrika.
Kuratorin: Ve-Bene E.K. Fiatsi
Das Projekt wird unterstützt von crazinisT artisT studiO und Stroom, Den Haag, Niederlande.
Mit Martin Toloko, Marlene G. Prinz, Amudzi Mawuenya, Johannes C. Gerard / Kamera: Sammy. Eine Gruppe von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Geschlechter wartet auf den Zug. Der Zug fährt ein und die Reise beginnt. Doch unterwegs stößt der Zug auf ein Hindernis: Die Schiene ist gebrochen. Alle Fahrgäste und der Lokführer verlassen den Zug, betrachten die Schiene und versuchen, sie zu reparieren. Werden sie es schaffen, die Schiene zu reparieren, damit der Zug seine Fahrt fortsetzen kann? Diese Arbeit wurde umgesetzt im Rahmen des pIART Projekts.
Performance-Projekt im Rahmen des The Lab Program: Art-Research & Mobility Network, in Zusammenarbeit mit dem Kunststudio Frontera Garibaldi, Mexiko-Stadt, Mexiko. Kuratorin: Valeria Montana
„Conecta-no Conecta“ (Verbunden-Nicht verbunden) ist eine Performance, die ich normalerweise live präsentiere.
Im Kontext von Mexiko-Stadt wurde das Werk als kollaborative Video-Performance neu konzipiert, die Johannes gemeinsam mit den Künstler*innen Fred Castro (MX), Fey Montalvo (MX) und Hanna Doucet (FR) realisierte. Parallel dazu wurde in Mexiko-Stadt eine kleine Broschüre zu meiner Arbeit veröffentlicht:
„La perfermance siempre es una fiera que incomodo, que aterrra,queabraza sobre el trabajo de Johannes C. Gerard en la Ciudad de México.“ Autorin: Valeria Montana, 32 Seiten (Text Spanisch/Englisch), Mai 2019, potentA ediciones, Mexiko-Stadt, Mexiko
Unnoticed Art Festival - 2nd Nieuwstraat Festival, Dordrecht, Niederlande
Ort: Nieuwstraat, Dordrecht, NL, während der Morgen- und Nachmittagsstunden
Das Festival fand am 19. Juni 2021 statt. Das Datum wurde weder der Öffentlichkeit noch den Künstlern, die die Performance-Konzepte entwickelt hatten, bekannt gegeben. Diese Geheimhaltung ist Teil des Festivalkonzepts.
Das Nieuwstraat Festival gehört zu einer Reihe von Festivals für unauffällige Kunst. Es bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre und präsentiert Kunstwerke, die sich im Alltäglichen verbergen. Die Ausdrucksweise der Werke fügt sich in das übliche soziale Verhalten im öffentlichen Raum ein und bleibt daher von Passanten unbemerkt. Diese beobachten die Aktionen, erkennen sie aber möglicherweise nicht als Performancekunst.
Konzeption und Umsetzung der Werke sind getrennt. Die Künstler reichen ihre Konzepte quasi als Anleitungen ein. Die ausgewählten Werke werden von einer Gruppe aus erfahrenen und unerfahrenen Freiwilligen umgesetzt. Diese Freiwilligen übernehmen eine Doppelrolle. Sie sind sowohl Teilnehmende als auch Publikum. Sie tragen dazu bei, die Performances bestmöglich umzusetzen und erleben sie dadurch hautnah. Sie werden Teil davon. So wird das Publikum nicht ausgeschlossen, sondern aktiv eingebunden.
Mein Performance-Konzept für die Freiwilligen Nico und Ines
Objekte, die in der Nieuwstraat auf dem Boden liegen, sollen fotografisch dokumentiert werden. Die Objekte dürfen nicht fest mit dem Straßenniveau verbunden sein. Gesucht wird alles Bewegliche, darunter tote Insekten, tote Vögel, Papier, Plastikteile, Metallgegenstände, Federn, Blätter, lose Steine, Glasscherben, Zigarettenstummel, Müll, Mundschutz, Blut- und Fettflecken – egal wie groß oder klein.